Ein kalter Start.
Eine bedrohliche Wolkenwand und ein gnadenloser Wolkenbruch auf dem Weg nach Balclutha.
Der Morgen an meiner Unterkunft in Te Anau sah eigentlich noch recht vielversprechend aus. Der Blick von der Terrasse über den grünen Garten zeigte zwar ein paar Wolken, aber auch noch reichlich blauen Himmel. Die Temperaturen waren allerdings von Anfang an verdammt frisch, sodass ich direkt die dicken Schichten unter der Kombi anließ.

Die Ruhe vor dem Sturm
Schon kurz nach der Abfahrt wurde mir klar, dass das heute kein gemütlicher Sightseeing-Tag werden würde. Der Wind frischte eisig auf. Vorsichtshalber warf ich mich am Wegesrand schon einmal in den grauen Regenanzug über meiner Schutzkleidung – eine Entscheidung, die sich kurz darauf als goldrichtig erweisen sollte.
Am Horizont braute sich nämlich bereits etwas Mächtiges zusammen: Eine tiefdunkle Wolkenwand schob sich unaufhaltsam über die hügelige Landschaft und verschlang die Straße vor mir.
Nur noch Kilometerfressen im Wolkenbruch
Und dann öffnete der Himmel seine Schleusen. Aus dem anfänglichen Nieseln wurde blitzschnell ein heftiger, langanhaltender Starkregen. Ab diesem Moment war jeglicher Spaßfaktor verflogen. Mir war einfach nur noch eisig kalt und das Wasser drückte unerbittlich gegen das Visier.
Sämtliche Zwischenstopps und schönen Routen, die ich mir für diese Etappe eigentlich vorgenommen hatte, wurden kurzerhand gestrichen. Es gab kein Anhalten mehr, keine Fotos – der Fokus lag zu 100 % darauf, die Royal Enfield sicher durch die Nässe zu manövrieren und das Etappenziel so schnell wie möglich zu erreichen.
Die erlösende Ankunft
Nach nasskalten Kilometern war es schließlich geschafft: Ankunft in Balclutha. Als der tropfende Helm erst einmal auf dem Tisch lag, fiel die ganze Anspannung der Regenschlacht von mir ab.

Ich glaube, ich war noch selten auf dieser Reise so froh, einfach nur im Trockenen zu sein. Die anschließende heiße Dusche war das Beste, um die durchgefrorenen Knochen endlich wieder aufzuwärmen!

