Der Wetterbericht fürs Fiordland kündigte Starkregen an.

Milford Sound Ausflug
Mit der Royal Enfield bei diesen Bedingungen in die Berge zu fahren, wäre schlicht dumm gewesen. Also kurzfristig auf eine Bustour umgebucht – eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Am Morgen in Te Anau herrschte noch Nieselregen, und die ersten Stopps am Lake Te Anau waren feucht und grau. Lupinen am Straßenrand, dann die Mirror Lakes, die ihrem Namen an diesem Tag leider nicht gerecht wurden – Nebel statt Spiegelung.

Vor dem Homer Tunnel dann der erste tierische Kontakt des Tages: Keas belagerten den Bus. Die großen, olivgrünen Papageien sind dafür bekannt, dass sie alles auseinandernehmen, was nicht niet- und nagelfest ist – und sie haben vor nichts und niemandem Angst.

Auf der anderen Seite des Tunnels riss der Himmel auf, und die Sonne kam durch – und mit ihr eine regelrechte Wasserfall-Explosion. Von jeder Felswand stürzten Kaskaden herab, gespeist vom Regen der letzten Tage.

Am Anleger bestiegen wir das Schiff, das uns durch den Fjord fuhr – und zwar direkt unter die Wasserfälle hindurch. Wer an Deck stand, wurde klatschnass, aber der Regenbogen in der Gischt machte das mehr als wett.

Eingeweicht, aber glücklich unter der Wasserfall-Gischt

Das Schiff fuhr bis Dale Point, wo sich der Fjord zur Tasmanischen See öffnet. Auf den Felsen draußen lagen Seebären beim Sonnenbaden, und der Blick zurück in den Fjord, eingerahmt von schneebedeckten Gipfeln, war genau das Postkartenmotiv, das man von Milford Sound erwartet.

Vorbei an den Stirling Falls, dann der Rückweg. Auf der Busfahrt zurück floss Schmelzwasser in breiten, tosenden Bächen über die Eisfelder am Straßenrand.