Auf meiner Fahrt von Napier nach Martinborough bin ich vor dem schlechten Wetter nach Süden geflohen.

Eine windige Hochebene, fordernder Schotter und ein unlesbares Schild lagen auf dem Weg.

Napier nach Martinborough

Windige Einsamkeit auf dem Te Mata Peak

Mein erster Stopp führte mich von Napier aus hinauf zum Te Mata Peak im Tuki-Tuki-Gebiet. Die schmale Asphaltstraße schraubt sich steil den Grat hinauf und ist für lange Fahrzeuge gesperrt.

Steiler Aufstieg zum Te Mata Peak

Oben angekommen war es extrem windig, aber ich hatte Glück: Ich war alleine auf dem Gipfel. Neben der Aussichtsplattform mit der runden Orientierungskarte befindet sich dort auch eine Startrampe für Drachenflieger, die steil in den Abgrund abfällt. Der Ausblick über das flache Umland war gewaltig.


Schotterpiste und Dschungel-Treppen zu den Waihi Falls

Zurück im Sattel verließ ich die Hauptstraße. Mein nächstes Ziel, die Waihi Falls, verlangte mir einiges ab. Mein Navi jagte mich über eine einsame, raue Schotterpiste tief ins Hinterland – die Orientierung war hier alles andere als einfach. Die karge Dschungellandschaft wechselte in einsame, leicht sumpfige Flusswindungen mit toten Bäumen, die im Wasser standen.

Am Parkplatz der Wasserfälle angekommen, hieß es erst einmal: Beine bewegen. Eine lange, steile Holztreppe führt hier durch den dichten neuseeländischen Busch hinunter in die Schlucht.

Die Treppe hinab zu den Wasserfällen

Unten angekommen öffnete sich der Wald und gab den Blick frei auf ein verstecktes Juwel. Die Waihi Falls stürzen über eine breite, moosbewachsene Felswand in einen großen, ruhigen Pool. Am Ufer blühten kleine weiße Gänseblümchen im Gras – ein friedlicher Ort, den ich ganz für mich allein hatte. Das obligatorische Selfie durfte auch hier nicht fehlen.

Selfie an den Waihi Falls

Ein paar Meter weiter spiegelten sich die dichten Bäume und der leicht bewölkte Himmel glasklar in einem kleinen, unbewegten Seitenarm des Flusses. Die Stille hier im Busch war nach dem Ritt im Wind der Ort zum Durchatmen.

Spiegelung im Flusslauf

Schafe, Hügel und der längste Ortsname der Welt

Wieder zurück auf der Hauptroute ging es durch das klassische, ländliche Neuseeland weiter nach Süden. Die Straße schlängelte sich vorbei an weiten, sonnenverbrannten, grasgrünen Hügeln, auf denen riesige Schafherden unter strahlend blauem Himmel grasten.

Klassisches Neuseeland-Panorama im Hinterland

Mitten in dieser Idylle passierte ich schließlich den Hügel mit dem offiziell längsten Ortsnamen der Welt: Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu.

Das monumentale, 85 Buchstaben lange Schild steht ziemlich unscheinbar an einer normalen Farmweide. Ein schneller Fotostopp mit der Himalayan und das obligatorische Selfie vor der endlosen Buchstabenkette durften hier einfach nicht fehlen. Danach hieß es nur noch Kilometer fressen, bis ich am späten Nachmittag mein trockenes Quartier im Weinort Martinborough erreichte.

Das 85-Buchstaben-Schild